Bürgerinitiative für einheitliche Regelung der Hundehaltung gestartet

Derzeit geschätzte 700.000 Vierbeiner in Österreich

Wien (APA) – Der Österreichische Hundehalterverband (ÖHV) startete am Donnerstag die parlamentarische Bürgerinitiative „Hunderevolution“ und tritt damit für eine bundeseinheitliche Regelung der Hundehaltung ein. Gefordert werden einheitliche Haltungsbedingungen, Einführung einer juristischen Stellung von Hunden, eine Zweckbindung der Hundesteuer sowie gesunde Hunde, sagte Hans Mosser, Präsident des ÖHV, bei einer Pressekonferenz in Wien.

In Österreich gibt es geschätzte 700.000 Hunde, etwa eine Million Menschen leben in einem Haushalt mit Vierbeinern. „Hundehalter sind also ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, die Stellung der Haltung korreliert nicht mit ihrer Bedeutung“, kritisierte Mosser. Zudem würden zahlreiche wissenschaftliche Studien den positiven Einfluss von Hundehaltung auf den Menschen bestätigen. Der ÖHV hat sich mit der Bürgerinitiative zum Ziel gesetzt, die Bedingungen der Hundehaltung in Österreich zum „Wohle des Einzelnen und der Gesellschaft“ zu verbessern.

Zentrale Forderung ist eine österreichweit einheitliche Regelung der Haltungsbedingungen. Die Bürgerinitiative setzt sich hier für mehr Rechtssicherheit der Hundehaltung im öffentlichen Raum ein. Derzeit sind die Gesetze sehr unterschiedlich. „Was in einer Gemeinde erlaubt ist, kann in der nächsten schon verboten sein“, sagte Mosser. Zudem wird eine rasseunabhängige Gesetzgebung und das Recht auf adäquate Auslaufmöglichkeiten gefordert. „In Wien ist jede zweite Hundezone nichts besseres als ein Hundeklo“, ärgerte sich Mosser. Bei Beißunfällen sollen Anamnesen und Analysen die Unfallprävention fördern, eine österreichweite Hundebissstatistik soll erstellt werden.

Die zweite Forderung betrifft die Einführung einer juristischen Stellung von Hunden in der Rechtsprechung sowie ein Abschussverbot von Hunden durch Jäger. Ferner sollen die Gemeinden mit einem Bundesgesetz dazu verpflichtet werden, die Hundeabgabe zweckgebunden zu verwenden. Die letzte Forderung der Initiative betrifft „gesunde Hunde“.

Derzeit darf in Österreich jeder Hunde züchten. Der ÖHV will hier durch ein Bundesheimtierzuchtgesetz gewisse Mindeststandards, wie etwa eine Deckbeschränkung von Rüden, durchsetzen. „Wir fordern, dass Hündinnen nicht als Gebärmaschinen missbraucht werden dürfen“, so Mosser. Für mehr Sicherheit soll ein Herkunftsnachweis für Hunde sorgen. Welpenimporte aus osteuropäischen Hundeställen seien bekannt als Ursache für Verhaltensstörungen und sogenannten Problemhunden. „Der Handel mit Lebewesen sollte eigentlich geächtet werden“, sagte Mosser.

Um die formalen Voraussetzungen einer Bürgerinitiative zu erfüllen, sind mindestens 500 Unterschriften nötig. Erst dann wird die Initiative vom Nationalrat im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt. Bürger können sich auch Internet auf der Website http://www.hunderevolution.at und auf Facebook eintragen. „Diese Online-Unterschriften haben moralische Relevanz“, meinte Mosser. Er kündigte zudem eine österreichweite Medienkampagne an. Die gesammelten Unterschriften sollen noch vor Weihnachten an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) übergeben werden.