Der Österreichische Hundehalterverband – zum aktuellen Hunde-Beißunfall in NÖ

Verpflichtende Sachkunde vor Erwerb des ersten Hundes, sowie Ursachenforschung statt wirkungsloser Rasselisten

Der Österr. Hundehalterverband (ÖHV) nimmt zum aktuellen Beißunfall in Niederösterreich Stellung, bei dem ein sechsjähriges Kind durch einen Hund verletzt wurde: Dieser Unfall konnte trotz des seit 28.1.2010 in NÖ geltenden Hundehaltegesetzes nicht verhindert werden und zeigt erneut auf, dass Sachkundenachweise (NÖ) und Hundeführscheine (Wien), die nur für einige Rassen gelten, zur Vorbeugung von Hundebeißunfällen ungeeignet sind.

Der Österr. Hundehalterverband bedauert diesen Unfall und mahnt gleichzeitig, dass das Zustandekommen solcher Unfälle lückenlos aufgeklärt werden muss, um daraus wirkungsvolle Prävention betreiben zu können. Bei ähnlich gelagerten Beißunfällen in der Vergangenheit wurde nämlich so gut wie keine Ursachenforschung betrieben und „die Schuld“ einfach auf die Hunde übertragen. Die zumeist sofort in die Wege geleitete Euthanasierung des betroffenen Hundes verhindert die Möglichkeit zur Analyse und damit auch zur Entwicklung von wichtigen Präventionsstrategien. Tatsächlich aber ist nahezu immer der Mensch schuld, der die Verantwortung für den Hund trägt.

„Ohne seriöse Ursachenforschung und Aufklärung durch Experten wird man keine neuen Erkenntnisse zur Verhinderung von Beißunfällen durch Hunde gewinnen können“, mahnt Gerald Pötz, Vorstandsmitglied des Österr. Hundehalterverbandes. „Hinzu kommt, dass mit der Einführung von Sachkundenachweisen und Hundeführscheinen der Bevölkerung eine Scheinsicherheit vermittelt wird und keine effektiven Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Unfälle getroffen werden!“

Der Österr. Hundehalterverband fordert eine verpflichtende Sachkundeschulung für jeden Hundebesitzer VOR Erwerb des ersten Hundes – unabhängig von der Rasse, denn 80% der Hundepopulation sind ohnedies Mischlinge. Zudem fordert der Österr. Hundehalterverband gezielte Ursachenforschung von Experten bei Hundeunfällen als Voraussetzung einer wirkungsvollen Prävention sowie die Rücknahme der wirkungslosen Rasselisten in Wien und Niederösterreich.