ÖHV fordert Versachlichung der Hundedebatte

Unfallanalysen statt politischer Schnellschüsse

Der Präsident des unabhängigen österreichischen Hundehalterverbandes, Dr. Hans Mosser, Klinikleiter und Assoc. Professor der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften, Krems, fordert eine Versachlichung der Debatte über die Hundehaltung.

Die positiven sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der Hundehaltung auf den Menschen sind allgemein bekannt. Vorausgesetzt ist aber eine artgerechte Haltung des Hundes, d.h. ausreichend Freilauf und sozialer Kontakt. Das verlangt auch das österreichische Tierschutzgesetz.

Auch wenn Hundebeißunfälle trotz zunehmender Anzahl an Hunden rückläufig sind, ist jeder Unfall einer zu viel. Als Präsident des österreichischen Hundehalterverbandes und als Mediziner fordere ich schon seit Jahren eine genaue Analyse von Hundebeißunfällen. Die jetzt schon gesetzlich geforderte bloße Meldung eines Beißunfalles im Rahmen eines Spitalskontaktes an die Behörde ist zu wenig. Auf einfache Weise lässt sich das Meldeformular mit zusätzlich genauen Angaben zum Unfallhergang erweitern.

Eine nachhaltige Prävention von Unfällen ist nur auf Basis einer genauen Analyse möglich. Alles andere, wie etwa ein genereller Maulkorbzwang, sind politisch motivierte Schnellschüsse, aber weder wirksam noch nachhaltig. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen dies ( siehe unten Link 1).

Bestehende Gesetze und Verordnungen sind ausreichend. Sie müssen nur eingehalten werden. Neue Schnellschussverordnungen lösen das Problem also nicht, vielmehr besteht sogar die Gefahr einer Verschärfung der Situation. Dann nämlich, wenn die Hundehaltung durch weitere Einschränkung derart behindert wird, dass Hunde nicht mehr artgerecht gehalten werden können. Nicht artgerecht gehaltene Hunde sind das tatsächliche Problem, was auch bei den letzten beiden Hundebeißunfällen in Wien und Vorarlberg der Fall war. Hier anzusetzen ist die einzige wirksame Möglichkeit der Prävention von Hundebeißunfällen.